Dienstag, 16. Februar 2016 um 8:02 Uhr

Wie viel Computer muss es sein?

Dass die technische Entwicklung im Computer-Bereich unaufhaltsam ist, erleben wir jede Woche beim Öffnen des Briefkastens. In zig Prospekten und Werbezeitungen wird nicht nur um den günstigsten Preis sondern auch um den schnellsten Prozessor, die größte Festplatte oder die höchste Auflösung gebuhlt. “Neue Technik zum Hammerpreis” lautet die Devise, mit denen Einzelhandelsketten unerbittlich versuchen, sich gegenseitig die Kundschaft abspenstig zu machen.
Doch vielfach ist das, was der Elektrofachhandel anbietet, für den durchschnittlichen PC-Anwender technisch völlig überdimensioniert und damit in der Relation einfach zu teuer. Wer daher wirklich beim Kauf eines neuen Computers oder Notebooks sparen will, sollte auch Angebote vom PC-Gebrauchtfachhandel ernsthaft prüfen.

 

Word, Excel, E-Mail & Internet – der Durchschnittsanwender ist relativ anspruchslos

Obwohl Computer ein fester Bestandteil unseres Alltags sind und immer mehr Möglichkeiten bieten, nutzen die meisten Menschen ihren PC eher konservativ. Ganz hoch im Kurs stehen dabei seit vielen Jahren Aufgaben wie das Verfassen von Textdokumenten, die Tabellenkalkulation, das Surfen im Internet oder die Kommunikation per E-Mail. Anspruchsvolle PC-Games, Videobearbeitung und die Erstellung aufwendiger CAD-Grafiken erfreuen sich zwar ebenfalls großer Beliebtheit, doch absolut betrachtet spielen komplexere Computeranwendungen im Alltag eine eher untergeordnete Rolle. Tatsächlich könnten die meisten PC-User ihre Rechner deutlich länger nutzen als die heute üblichen drei Jahre im Mittel.

 

Systemanforderungen für Windows seit Jahren gleich

Windows 7, 8 und 10 sind in Deutschland die beliebtesten Betriebssysteme. Auf fast 75 Prozent aller Computer sind sie installiert. Alle drei Microsoft-OS eint, dass sie mit nahezu identischen Mindestsystemanforderungen zurechtkommen. Wer also noch einen alten XP-Rechner bei sich zuhause herumstehen hat, der wenigstens über einen 1 GHz-Prozessor, ein bis zwei Gigabyte RAM, eine DirectX 9-Grafikkarte und 16 Gigabyte freien Speicherplatz verfügt, kann problemlos eine der drei seit 2009 erschienen Windows-Versionen auf seinem Computer installieren. Allzu hohe Erwartungen an die Performance seines Rechners sollte man in diesem Fall allerdings nicht haben.

 

Häufig überbewertet: der Prozessor

Zwei- bis Vierkern-CPUs sind mittlerweile in PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones Standard. Doch wer nicht gerade mit sehr rechenintensiven Programmen arbeitet, kann die neuesten Prozessor-Technologien weitgehend ignorieren. Schließlich entwickeln Chip-Hersteller wie Intel oder AMD vor allem deshalb immer schnellere CPUs, um die Nachfrage künstlich anzukurbeln. Ein guter Tipp ist es deshalb, darauf zu achten, einen Computer zu kaufen, dessen Prozessor zwei bis vier Generationen unterhalb des aktuellen Spitzenmodells rangiert. Hier bekommt der Normalanwender das beste Preis-Leistungs-Verhältnis geboten.

 

Onboard-Grafikkarten meist ausreichend

Onboard-Grafiklkarten sind günstig in der Anschaffung, geräuscharm und energieeffizient. Sie befinden sich auf der Hauptplatine des Computers und eignen sich hervorragend für den Einsatz in Laptops, die häufig ohne Netzanschluss betrieben werden. Aber auch für Computer, auf denen überwiegend einfachere 2D-Programme (z. B. Office-Suite, Browser, E-Mail-Client etc.) laufen, sind sie in den allermeisten Fällen völlig ausreichend.
Wem allerdings die Leistung einer Onboard-Grafikkarte nicht genügt, sollte beim PC-Kauf auf eine separate Grafikkarte mit mindestens 512 Megabyte VRAM achten, die gerade bei grafisch anspruchsvolleren Anwendungen deutlich bessere Leistungswerte erzielt.

 

Vier Gigabyte RAM dürfen es schon sein

Natürlich lassen sich die meisten Betriebssysteme auch mit einem oder zwei Gigabyte Arbeitsspeicher betreiben. Doch wer die Software seines Computers gerne auch einmal ein wenig ausreizen möchte, sollte einen PC kaufen, der über vier und mehr Gigabyte RAM verfügt.

 

SSD oder HDD

Der Vorteil einer SSD liegt nicht allein in der Geschwindigkeit. Solide-State-Drives sind auch deutlich unempfindlicher gegen Stöße als Magnetfestplatten. Das liegt in ihrem Aufbau begründet. Während eine klassische Festplatte aus vielen kleinen mechanischen Einzelteilen besteht, setzt sich ein Solid-State-Drive aus relativ robusten elektronischen Speicherbausteinen zusammen.
Bei der Schreibgeschwindigkeit ist allerdings die HDD im Vorteil. Sie fügt Daten deutlich schneller ein, auch wenn die neuesten, leider immer noch relativ teuren SSDs bereits mithalten können.

 

Notebook oder Desktop-PC

Notebooks lassen sich schnell einpacken und sind binnen kürzester Zeit überall einsatzbereit. Dafür sind Desktop-PCs oft leistungsstärker und reparaturfreundlicher. Grundsätzlich bleibt es natürlich jedem Nutzer selbst überlassen, zu welchem Gerät er tendiert. Doch, wer viel vor dem Computer sitzt, wird langfristig die größere Benutzerfreundlichkeit eines Desktop-PCs zu schätzen wissen.

 

Computer neu oder gebraucht kaufen

Gebrauchte PCs und Notebooks vom Fachhändler sind generalüberholt (refurbished) und verfügen per Gesetzgeber immer über bis zu 2 Jahren Gewährleistung. Die Geräte stammen fast ausschließlich aus ehemaligen Firmenleasing-Beständen, sind auch perspektivisch absolut auf der Höhe der Zeit und besitzen aufgrund der besonderen Business-Anforderungen eine Verarbeitungsqualität, die man im klassischen Elektro-Einzelhandel in der Regel so nicht vorfindet.
Wer daher nicht mehrere hundert Euro für eine neue EDV-Ausstattung ausgeben kann oder will und dennoch gleichzeitig großen Wert auf Qualität legt, kann ohne Abstriche bei der Leistungsfähigkeit und der technischen Zuverlässigkeit auch einen gebrauchten Rechner vom Fachhändler kaufen.

 

• einen gebrauchten Rechner vom Fachhändler kaufen – verlinkt auf https://www.esm-computer.de
• Bildquelle: © tashatuvango – Fotolia.com

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