Samstag, 10. Dezember 2016 um 1:22 Uhr

Wie arbeitet ein OLED Fernseher und was unterscheidet ihn von früheren Bauarten?

Die OLED Technologie ist nunmehr die neue Toptechnologie für Fernsehbildschirme und tritt die Nachfolge von Plasmafernsehern und erst recht der früheren Technologie LCD an, die als erste Flachbildschirmgeneration die klassischen Röhrenfernseher ablöste. Die Plasma-Geräte hatten schon den Vorteil, sehr große Flächen ausfüllen zu können bei gleichzeitiger schnellerer Schaltung, was das frühere Problem mit Nachzieheffekten aka ‚Schlieren‘ bei LCD-Fernsehern vergessen ließ. Bei den OLED Geräten wachsen nun die möglichen Bildschirmdimensionen noch weiter an. Sie ermöglichen auch in der Breite leicht gebogene Flächen, die damit räumlicher auf das menschliche Auge einwirken. Das kommt durch den Charakter der OLED als Dünnschicht-Bauteil aus organischen, halbleitenden Stoffen zustande, was die Herstellung als biegsamer Bildschirm („curved“) oder sogar auf Papierdicke reduzierte Darstellungsflächen ermöglicht. Zuerst erschienen OLEDs auf Smartphone- und Tabletdisplays, also noch in kleinen Formaten. Eine OLED ist aus vier Schichten zusammengesetzt: (1) Kathode, (2) Emitterschicht, (3) Lochleitungsschicht und (4) der Anode. In der Emitterschicht werden nun unterschiedliche Anregungszustände, wobei es zur Aussendung von Lichtteilchen kommt, ausgelöst. Deren Farbe hat mit der Energiedifferenz zwischen angeregtem Zustand und Grundzustand zu tun. Mit der Masse solcher einzelner OLEDs kommt es zu einer flukturierenden Bilddarstellung. Nach der Etablierung des High Definition HD gilt nun 4K oder Ultra-HD mit 3840 x 2160 Pixel als anstehendes Darstellungsoptimum, auch und gerade für OLED Fernseher. Doch schon wurden am Horizont 8K Geräte als UHDTV mit Auflösung 7680 x 4320 Pixel gesichtet, als derzeitige Zukunftsmusik!

 

Wie sehen die Vor- und Nachteile eines OLED Fernsehers aus?

Plasma-Fernseher hatten bereits einige Nachteile des LCD-Bildschirms abgelöst, welcher neben den genannten Schlieren eine Beeinträchtigung des Bildes durch seitliches Einsehen (unter einem von der Frontalposition abweichenden Winkel) kannte. Dafür neigten Plasma-TV zum Einbrennen, wenn ein Bild oder Elemente darin (Sender-Logos!) lange Zeit an derselben Stelle verharrten. Sie sind auch für hohen Energiebedarf bekannt. Für optimalen Ton ist es für alle Flachbildschirme nötig, eine Hometheater-Anlage anzuschließen, da sie auf sich allein gestellt immer noch nicht an den ‚satten‘ Ton aus Röhrenfernsehern und deren voluminöser Chassis anzukommen vermögen. Mit gewölbten oder “curved” Bildflächen versuchen OLED Fernseher nun zu punkten; ein erstes solches HD-Gerät in Gestalt des Samsung KE55S9C wurde auf der Frankfurter Messe August 2013 vorgestellt, gleichzeitig mit dem 55ES9809 von LG. Beide Geräte waren mit 8000 bzw. 9000 Euro noch so teuer, dass sie den Weg in den Handel nicht schafften. Der Nachteil von OLED Technologie scheint die geringere Lebensdauer ihrer einzelnen Bildpunkte zu sein; sie soll nur ein Fünftel der geltenden 100.000 Betriebsstunden für LCD Lichtpunkte betragen. Dagegen können sie auf die Hintergrundbeleuchtung wie in LCDs verzichten und leiden nicht unter deren Streulicht, weshalb der Kontrast auf OLED Schirmen viel höher ausfällt. Der eingesetzte (Multikern-) Prozessor als Schaltzentrale für alle OLEDs spielt aber auch eine wichtige Rolle für die Qualität des Fernsehbildes. Im OLED TV Test wird nun auf Unterschiede der einzelnen Geräte genauer eingegangen.

 

Die Zukunftsaussichten für OLED Fernseher

Anfangs (2015) war LG in Korea der einzige Betrieb, der OLED Bildschirme ab 55 Zoll in der Diagonalen herstellen konnte Wenn auch die anderen Marken Angebote in dieser Kategorie und auf Messen präsent machen konnten, so steckte doch hinter dem jeweiligen Markennamen immer dieselbe LG Technik. Zu diesem Zeitpunkt forschten Panasonic und Sony noch an der Neuerung und bauten Geräte nur für den Testgebrauch, ehe sie in die Massenfertigung gehen wollten. In gerade einem Jahr hat sich die Lage völlig geändert und alle großen Hersteller sind auf den OLED Zug aufgesprungen, wie zuletzt eindrucksvoll demonstriert wird. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass OLEDs nach und nach im Preis sinken und die daneben noch weiter angebotenen Geräte auf Plasma und erst recht auf LCD-Basis allmählich verdrängen werden.

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