Freitag, 22. Januar 2016 um 6:35 Uhr

Tipps für längere Akku-Lebensdauer bei Mobilgeräten

Viele Smartphones, Tablets, Notebooks und Co. haben heute den Vorteil, über beinahe alle Funktionen zu verfügen und zahlreiche Features zu inkludieren. Der große Nachteil bei den Geräten ist allerdings die kurzweilige Ausdauer der Akkus. Bereits nach wenigen Stunden oder maximal ein bis zwei Tagen ist jeder Akku eines neuen Smartphones oder Tablets erschöpft und sehnt sich nach dem Ladegerät.
Selbstverständlich spielt beim Verbrauch auch die Benutzung des Geräts eine große Rolle. Wer nur alle drei Stunden mal kurz auf Facebook die neuesten Meldungen checkt und selten angerufen wird, hat länger Spaß mit einem vollen Akku. Sind jedoch WLAN, Bluetooth, GPS aktiv und laufen drei Apps im Hintergrundprozess, wird der Akku bald in die Knie gehen.
Und für diejenigen, die ihr Mobilgerät oft und viel benutzen und trotzdem das Maximum an Ausdauer des Akkus herausbekommen und insgesamt die Lebensdauer erhöhen wollen, habe ich ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt. Zudem erfährst du in diesem Artikel welche Smartphones die stärksten Akkus verbaut haben, wie das richtige Aufladen funktioniert, ob Stromspar-Apps hilfreich sind und wie man bei einem Sony Xperia Z3 und einem Apple iPhone 5 den Akku in weniger als 30 Minuten tauschen kann.

 

Die Vielfalt der Akku-Typen

Wie man am besten einen Akku behandelt ist sehr schwer zu definieren. Es hängt immer davon ab, um welchen Akku-Typ es sich handelt und zu den Pflegeformen eines Akkus gibt es mittlerweile verschiedene Legenden, die durch die ständige Weiterentwicklung ziemlich unterschiedlich geworden sind.
In den meisten Mobilgeräten wie beispielsweise Smartphones sind Lithium-Ionen-Akkus (Abk.: LiIon) verbaut. Teilweise wurden auch Nickel-Metallhydrid-Akkus (Abk.: NiMH) verwendet, die allerdings heutzutage kaum mehr in Mobilgeräten zum Einsatz kommen. Diese kommen eher noch in batteriebetriebenen Endgeräten wie Wecker oder Uhren vor, aber auch Schnurlostelefone verfügen noch über einen NiMH-Akku.
Wichtig ist in unserem Fall aber der LiIon-Akku, da dieser in 99 Prozent aller mobilen Geräte verwendet wird.

 

Auf was kommt es an?

Im weiteren Abschnitt dieses Artikels zähle ich dir wichtige Tipps auf, um die Akku-Laufzeit sowie -Lebensdauer zu erhöhen und die volle Leistung aus dem Stromspender herauszuholen.
Bei den heutigen Akkus ist ein vollständiger Ladezyklus nicht mehr notwendig.

Was ist ein Ladezyklus überhaupt? Dieser bezeichnet die komplette Entladung sowie Ladung des Akkus, die bei den heutigen Modellen nicht mehr am Stück von statten gehen muss. Wenn der Akku einen Ladestand von 50 Prozent erreicht hat und daraufhin vollgeladen wird, spricht man vom halben Ladezyklus.

Jeder Akku verfügt zudem über eine Lade-Elektronik, die dafür zuständig ist, dass Probleme wie Kurzschlüsse, Überhitzung bzw. Überladung nicht möglich sein können. Schlimmeres kann also durch die Lade-Elektronik vermieden werden, insofern diese tadellos funktioniert.


» Tipp 1: Nicht permanent laden/entladen

Der LiIon-Akku eines Smartphones sollte nicht vollständig entladen und wieder geladen werden, denn die Elektroden eines Lithium-Ionen-Akkus werden bei einer vollständigen Ladung und Entladung stark belastet, was an der Lebensdauer des Akkus nagt. Bleibst du in einem Bereich zwischen 30 und 70 Prozent Ladung, bewegst du dich in einem guten Mittelfeld der Belastung für den Akku und erhälst so eine größere Anzahl von Ladezyklen. Aus dem selben Grund sollte man auf ein Laden im Bereich zwischen 0 bis 30 Prozent und im Bereich 70 bis 100 Prozent verzichten.
Sprich: Bei niedrigem Akkustand nicht schnell mal für 15 Minuten aufladen, bei fast vollem Akku ebenso auf kurzes Laden verzichten.

Ein Gerät dauerhaft am Ladegerät hängen zu lassen hat für die Lade-Elektronik folgende Auswirkung: Der Ladezustand von 100 Prozent wird erreicht. Entweder wird jetzt Erhaltungsstrom geliefert, bis die Akkukapazität wieder unter den Nennwert fällt, ab dem die Lade-Elektronik wieder aktiv lädt, oder der Ladevorgang wird unterbrochen – bis die Akkukapazität wieder unter den Nennwert fällt, ab dem die Ladeelektronik wieder aktiv lädt. In jedem Fall eine zusätzliche Belastung für den Akku, gerade da das Absinken um wenige Prozent sich im stark belasteten, letzten Drittel des Ladevorgangs abspielt.

 


» Tipp 2: “Richtige” Akkustand-Anzeige abwarten

Im Elektro-Geschäft oder beim Mobilfunkanbieter um die Ecke wird dir zu einem frisch erworbenen Smartphone oder Tablet meist folgendes erklärt: Den Akku die ersten paar Male vollständig leer werden lassen und dann erst laden. Das ist völliger Quatsch, denn dieser Vorgang war vor geraumer Zeit bei den Nickel-Cadmium-Akkus notwendig. Bei einem Lithium-Ionen-Akku, der heute verbaut ist, bringt das rein garnichts.

Man geht besser folgendermaßen vor: Ein neues Smartphone zeigt in den ersten Tagen der Nutzung den Akkustand manchmal nicht verlässlich an. Woran das liegt? Nämlich das Zusammenspiel zwischen Akku, Lade-Elektronik und Software ist noch recht “jung” und die Schaltung, die dafür zuständig ist, den Ladezustand zu bestimmen, hat noch nicht genügend Informationen gesammelt, um den Ladezustand exakt ausgeben zu können. Man kann sich das quasi so vorstellen, dass die Schaltung im Hintergrund “mitzählt”, wie lange der Akku braucht, bis er voll bzw. leer ist. Sind die ersten Ladezyklen durchlaufen, sollten genug Infos vorliegen, um dem Benutzer eine verlässliche Akkustand-Anzeige zu ermöglichen. Der Akku selbst verändert sich kaum, lediglich die Anzeige ist genauer geworden.

 


» Tipp 3: Vor Hitze und Kälte schützen

Die chemischen Prozesse im Innenleben eines Akkus laufen anders ab, wenn der Akku extremen Temperaturen ausgesetzt ist. Bei extremer Kälte leidet die Leistungsfähigkeit, bei extremer Hitze erhöht sich die Belastung des Akkus ebenso, was zu einer Verringerung der Zyklenlebensdauer führen kann. Deshalb sollte man auf Ladevorgänge bei Hitze verzichten und bei extrem niedriger Temperatur das Gerät warm halten oder es komplett sein lassen.
Am wohlsten fühlt sich der Lithium-Ionen-Akku bei Raumtemperatur, also etwa 20 Grad.

Bei diesem Punkt muss ich auch kurz vom Thema etwas abschweifen und zu den Notebooks gehen, denn diese gehören auch nicht direkt auf den Schoß oder auf weiche Kissen, sondern auf eine ebene Unterlage. Denn nur dann gelangt von unten kühlende Luft an die Bauteile, vor allem an den Akku. Aufpassen sollte man zudem im Sommer: Erhöht sich die Umgebungstemperatur dauerhaft, sinkt die Lebensdauer des Akkus. Das bedeutet, du solltest darauf achten, mobile Geräte nicht in der Sonne oder an anderen warmen Orten liegen lassen.

 


» Tipp 4: Vor Stürzen und Erschütterungen bewahren

Eigentlich der logischste Tipp – sollte jedem Benutzer einleuchten, denn je kompakter und kleiner die Akkus werden, desto sensibler sind sie. Stürze und Stöße sind für die kleinen Stromspeicher besonders gefährlich. Akkus werden kompakter und damit anfälliger. Einmal beschädigt, können sie beim Laden überhitzen und im Extremfall sogar in Brand geraten. Auch wenn an der Außenseite nichts zu erkennen ist, kann nach einem heftigen Sturz der Akku defekt sein. Beobachte daher nach einem Sturz das Verhalten des Akkus genauer als sonst, um mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen. Im Zweifel solltest du auf jeden Fall den Akku gegen ein Original-Ersatzteil vom Hersteller tauschen – und nicht gegen ein Nachbau-Ersatzteil!

 


» Tipp 5: So funktioniert der richtige Ladevorgang

Ein moderner Akku mit der gebräuchlichen Lade-Elektronik wird zuerst im Schnelladeverfahren auf ca. 80 Prozent seiner Leistung aufgeladen, dann folgt über einen längeren Zeitraum eine Erhaltungsladung mit einer immer geringer werdenden Erhaltungsspannung, die schließlich von der Lade-Elektronik deaktiviert wird, sobald der vollständige Ladezustand erreicht ist.
Erst wenn der Ladezustand des Geräts wieder unter eine Schwelle von etwa 95 Prozent sinkt, nimmt das Ladegerät wieder seine Tätigkeit auf.
Zusatztipp am Rande: Soll das Smartphone mal schneller aufgeladen werden, solltest du es einfach während dem Laden ausschalten. Der Ladestrom muss so nicht noch gleichzeitig einen Verbraucher (sprich: das Smartphone) am “Leben” erhalten, sondern kann sich allein auf die Akku-Ladung konzentrieren.

 


» Tipp 6: Das richtige Ladegerät spielt eine große Rolle

Es muss nicht unbedingt ein Original-Ladegerät sein, Nachbau mit guter Qualität leistet in diesem Fall genauso gute Dienste. Empfehlenswert ist es aber darauf zu achten, dass das gewählte Ladegerät den jeweiligen Herstellerspezifikationen entspricht (siehe Gebrauchsanweisung): Zwischen 1 und 2 Ampere Ausgangsleistung ist bei Smartphones und Tablets üblich. Das Smartphone mit weniger Leistung aufzuladen, führt zwar zu keinem Defekt, jedoch dauert es wesentlich länger bis der Akku voll ist. Moderne Schaltnetzteile regeln alle Werte selbst mit der Lade-Elektronik – deshalb funktioniert auch ein iPad-Ladekabel an einem iPhone.

Bei billigen Ladegeräten sollte man enorm vorsichtig sein: Eventuell verfügen sie über eine minderwertige Lade-Elektronik, die die Spannung aus der Steckdose durchrauschen lässt, die Spannung bzw. Stromstärke schlecht regelt, oder über schlechte Plastikgehäuse, die bei Erwärmung schmelzen und Kabel freilegen. Im Zweifelsfall lieber ein paar Euro mehr drauflegen und dafür das Gerät anständig und sicher laden.

 


» Tipp 7: Stromfresser deaktivieren

Gerade ein Smartphone steckt voller versteckter Stromfresser. Dazu zählen natürlich Apps, die im Hintergrund ständig Werbung laden oder Datenbanken aktualisieren, das GPS, aber auch der App-Shop (z. B. Google Play Store), wenn er automatisch nach Updates sucht. Wenn du Stromsparen möchtest, solltest du diese Funktionen ausschalten. Wie du automatische Updates nur bei WLAN ausühren lassen kannst, erfährst du in unserem Artikel “Automatische App-Updates ausschalten bzw. nur bei WLAN-Verbindung durchführen“.

Auch momentan nicht benötigte Funkverbindungen (wie Bluetooth) oder das WLAN verbrauchen mehr Strom. Auch gerade in Gegenden oder Gebäuden mit schlechtem Empfang versucht das Smartphone dauerhaft, eine bessere Verbindung aufzubauen und erhöht dafür die Sendeleistung – das frisst selbstverständlich Energie. Wenn du gerade nur spielen oder Musik hören und nicht unbedingt erreichbar sein musst, dann empfiehlt es sich, einfach den Flugzeug-Modus zu aktivieren. Dadurch hält der Akku deutlich länger.
Desweiteren ist es bei jedem Smartphone möglich, die Helligkeit des Displays zu regulieren. Diese nach unten schrauben hilft gegen hohen Akkuverbrauch, zudem ist es bei Dunkelheit angenehmer für das Auge aufs Display zu schauen.

 

Die Akku-Gesundheit im Überblick

Also fassen wir alle sieben Tipps in Kurzform zusammen:

1. Den Akku nicht vollständig entladen lassen und dann wieder komplett aufladen. Am besten permanent einen Ladezustand zwischen 30 und 70 Prozent halten.

2. Bei brandneuen Smartphones wird erst nach ein paar Ladezyklen der “richtige” Akku-Stand angezeigt. Nachdem er mit Software und Lade-Elektronik kalibriert wurde.

3. Vor extremer Hitze und Kälte schützen. Am besten Raumtemperatur, um die 20 Grad. Also im Strandbad nicht direkt in der Sonne liegen lassen und im Ski-Urlaub gut verpacken und wärmen.

4. Vor Stürzen und Erschütterungen bewahren. Auch wenn man außen keine Beschädigung sehen kann, kann die Leistung des Akkus dadurch enorm schwach werden und es besteht im schlimmsten Fall sogar Brandgefahr.

5. Richtiges Aufladen. Nicht schnell mal 15 Minuten laden, das schadet dem Akku. Wenn’s unbedingt notwendig ist, einfach das Gerät ausschalten und laden.

6. Das richtige Ladegerät. Wenn du ein Nachbau-Ladegerät kaufst, solltest du auf die Bestimmungen des Herstellers achten (meistens 1 bis 2 Ampere Ausgangsleistung).

7. Stromfresser wie WLAN, GPS, Bluetooth, automatische Updates usw. deaktiveren. Wenn du gerade mal nicht unbedingt erreichbar sein musst, einfach den Flugzeug-Modus einschalten – das spart Energie. Auch die Reduzierung der Display-Helligkeit hilft gegen hohen Akkuverbrauch.

 

Stromspar-App. Bringt das was?

Stromspar-Apps wie DU Battery Saver, Juice Defender oder Snapdragon Battery Guru (kostenlos für Android), Battery Manager oder Battery Doctor (kostenlos für iPhones) bündeln die Spar-Einstellmöglichkeiten des Smartphones und stellen sie übersichtlich auf einer Ansicht dar. Zusätzlich bieten die Apps noch verschiedene Modi fürs Schlafen oder auch für eine extrem lange Akku-Laufzeit an, bei denen mehrere Stromspar-Einstellungen mit einem Knopfdruck gleichzeitig aufgerufen werden können.

Einige der Apps können sogar das Nutzerverhalten verfolgen und das Smartphone selbst auf möglichst lange Akku-Laufzeit einstellen. Auf Dienstreisen brauche ich eventuell fürs Navi das GPS, auf der Arbeit oder zu Hause dagegen nicht. LTE wiederum kann ausgeschaltet werden, wenn ich in meiner Wohnung WLAN habe. Allerdings verfolgt so eben noch eine App mehr das Nutzerverhalten. Mit einem kleinen Trick versuchen die Stromspar-Programme den Akku zusätzlich zu entlasten, wenn das Display ausgeschaltet ist. Dann schalten die Apps die mobile Datenverbindung oder das WLAN nur alle paar Minuten kurz an, um nach neuen Nachrichten zu suchen. Das Ganze hat aber einen kleinen Haken: Wenn man das durch eine App automatisch eingrenzt, kann es möglicherweise lästige Verzögerungen geben, etwa wenn man per WhatsApp textet. Dann kommen die Nachrichten eventuell nur mit Verzögerung aufs Smartphone.

Im Alltag können die Stromspar-Apps die Akku-Laufzeit etwas verlängern. Wie groß der tatsächliche Effekt ist, hängt vom bisherigen Verhalten des Nutzers ab. Wer das Display bisher immer auf sehr hell gestellt hat und Verbraucher wie WLAN oder GPS immer aktiviert lässt, kann mit den Apps 10 bis 20 Prozent mehr Akku-Laufzeit erwarten. Deutlich kleiner sind die Verbesserungen bei Nutzern, die bereits bisher den Akku weitestgehend geschont haben. Wird das Smartphone für aufwendige Spiele und Videos genutzt, sinkt natürlich auch mit diesen Stromspar-Apps der Ladezustand des Akkus relativ schnell.

 

Die Smartphones mit den stärksten Akkus

Eine Auflistung der stärksten verbauten Akkus in aktuellen Smartphones. Die Akkuleistung wird hier in mAh (= Milliamperestunden) angegeben. Zudem ist jedes aufgelistete Smartphone direkt mit der Amazon-Produktseite verlinkt.

LG G4 » Akkuleistung: 3000 mAh

Xiaomi MI 4i » Akkuleistung: 3120 mAh

Sony Xperia Z3 » Akkuleistung: 3100 mAh

Huawei Ascend Mate 7 » Akkuleistung: 4100 mAh

ZUK Z1 » Akkuleistung: 4100 mAh

Elephone P8000 » Akkuleistung: 4165 mAh

Huawei Mate 8 » Akkuleistung: 4000 mAh

LG G3 » Akkuleistung: 3000 mAh

Samsung Galaxy S5 » Akkuleistung: 2800 mAh

Sony Xperia Z5 » Akkuleistung: 2900 mAh

 

Akku-Tausch nicht bei allen Smartphones einfach

Leider ist es nicht immer so einfach, den Akku eines Smartphones in Minuten auszutauschen. Wie etwa beim Sony Xperia Z3 oder den iPhones von Apple. Wobei dieser Vorgang mit etwas Übung und dem entsprechenden Tutorial in weniger als 30 Minuten machbar ist. Natürlich ist das notwendige Kleinwerkzeug Voraussetzung für diese Arbeit.

Wie das ganze bei einem Xperia Z3 und einem iPhone 5 von Statten geht, zeige ich dir anhand des ausführlichen Tutorials mit Bildern von idoc.eu und dem Video von TutopolisTV in seinem YouTube-Channel.

 

 

Beitragsbild-Quelle: DOC RABE Media – fotolia.com

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