Montag, 27. April 2015 um 8:30 Uhr

Sony Cyber-shot DSC-RX 100 (inkl. Full-HD-Testfilm und Schnappschüsse)

• Review:

Ein sehr interessantes Konzept das Sony den Edelkompaktkamera-Begeisterten hier vorlegt: Ein Gerät mit einem lichtstarken F1.8-Zoomobjektiv von umgerechnet 28-100 Millimeter mit großem Sensor aber kleinem und handlichem Gehäuse, soll Fotografen neu begeistern – vorallem diejenigen, die keine klobigen Kameras wie etwa eine Canon EOS und dergleichen bevorzugen. Ob die hier vorgestellte Cyber-shot DSC-RX 100 mit den bekannten Spiegelreflexkameras von Qualität, Handling und den ausreichenden Funktionen mithalten kann, erfahrst du im folgenden Testbericht.

 

• Elegant und Stark

Von Design, Größe und dem Gewicht von nur 240 Gramm ist die RX 100 äußerst elegant, sie wirkt in Schwarz sehr edel und die Bedienelemente sind in das Gehäuse verbaut. Das Programmwählrad, das aus hochwertig verarbeitetem Metall besteht, rastet stramm ein. Der Objektivring des Carl-Zeiss-Objektivs lässt sich stufenlos drehen, was beim Zoomen bzw. Fokussieren sehr angenehm ist, jedoch wären beim Verstellen der Blende oder Funktionen wie dem Weißabgleich ein Einrasten wünschenswert, so wie beim hinteren Bedienrad das mit leisen Klicks einrastet. Die insgesamt sechs Knöpfe auf der Rückseite sind jedoch ziemlich winzig geraten, denn an Platzmangel kann es hier nicht liegen. Dennoch lassen sie sich mit dem Daumen gut drücken.
Auf der Unterseite erblickt man eine Micro-HDMI-Schnittstelle. Diese Position ist ungewöhnlich, da man die Kamera somit umlegen muss wenn man die Schnittstelle verwenden möchte. Erwähnenswert ist, dass die Kamera über HDMI-CEC steuerbar ist, so dass man eine Diashow mit der TV-Fernbedienung starten kann. Auf der rechten Seite befindet sich eine Micro-USB-Schnittstelle, über die der Akku geladen wird. Wenn du also unterwegs ist, brauchst du für Kamera und Smartphone nur noch ein Netzteil und ein Kabel, sofern du nicht beides zeitgleich laden möchtest.
Das Stativgewinde ist ebenfalls aus Metall, aber leider nicht in der optischen Achse angeordnet. Die Position des Gewindes ist sehr unpassend da es sich genau neben der Klappe befindet hinter der sich der 1240-mAh-starke Lithium-Ionen-Akku und der Speicherkartenslot (SD, SDHC, SDXC oder MemoryStick) verstecken.

Das Menü ist angenehm designt, man findet sich nach wenigen Minuten zurecht. Findet man sich einmal doch nicht so richtig zurecht, hilft die Info-Taste mit dem Fragezeichen-Symbol weiter. Unterteilt ist das ganze Menü in insgesamt 16 Reiter. Da niemals vertikal, sondern lediglich horizontal gescrollt werden muss, gelangt man schnell zum gewünschten Menüpunkt. Das Gerät lässt sich großteils konfigurieren, wie etwa die Display-Taste, die Bedienringe oder das Fn-Menü (für Belichtungskorrektur, ISO, Weißabgleich, Auto-HDR und Bildeffekte).

• Kaum Grenzen dank zahlreichen Einstellmöglichkeiten

Die Sony Cyber-shot DSC-RX 100 besitzt auch wie viele andere Kompaktkameras zahlreiche Motivprogramme und Automatiken. Hierbei ist es möglich, mit der automatischen Motiverkennung ungefähr doppelt so viele Motivprogramme einzustellen wie man von Hand einstellen kann. Die RX 100 ist ebenso dafür gebaut, halbautomatisch oder manuell bedient zu werden. Durch die beiden Bedienringe oben und vorne an der Kamera geht dies relativ einfach von der Hand, im Vergleich zu anderen Kompaktkameras. Doch auch bei anderen Ausstattungs-Features spart der Hersteller Sony nicht, denn bei der ISO-Automatik lässt sich zum Beispiel nicht nur die Untergrenze, sondern auch die Obergrenze konfigurieren. Die Grundempfindlichkeit des Sensors liegt anscheinend bei ISO 125, denn ISO 80 und 100 sind separat gekennzeichnet und können nur manuell angewählt werden. Die Obergrenze liegt bei ISO 6400 und wer unbedingt ISO 12800 oder sogar 25600 braucht, der muss auf die elektronischen Hilfsmittel dieses Geräts zurückgreifen. Diese bestehen nämlich darin, das Foto mit einem Viertel der Auflösung aufzunehmen, um so mehr Licht einzufangen. Anschließend transferiert ein Digitalzoom die Bilddateien wieder auf die volle Auflösung.
Diese Digitalzoom-Technik kommt auch bei der automatischen Porträtfunktion vor, denn die Kamera rückt die porträtierte Person automatisch in den richtigen Bildausschnitt und ersetzt die durch die abgeschnittenen Ränder verlorene Auflösung mithilfe des texturbasierten Digitalzoom. Wer jedoch die verfügbaren 20.2 Megapixel wirklich voll nutzen möchte und schöne detailreiche Fotos erwartet, sollte diese Funktionen meiden, denn auf kleinen Ausdrucken sowie in Bildschirmauflösung wird man diesen Unterschied mangels darstellbarer Auflösung nicht bemerken. Auch beim Weißabgleich gibt es einige Einstellungen: Neben der manuellen Messung gibt’s sogar eine Farbtemperaturwahl in 100er-Schritten. Wer also lieber wärmere, kältere oder gelbere Bilder hätte, kann dies einstellen bevor das Bild eventuell in Photoshop landet.

 

• Selbstverständlich Full-HD

Zur Videofunktion: Sonys RX 100 bietet hier ebenfalls eine Motiverkennung, in der sogar noch mehr Motive erkannt werden als im Fotomodus. Zwar ist es über die Videoaufnahme-Taste “Movie” jederzeit möglich ein Video aufzuzeichnen, doch die volle Bandbreite der Einstellmöglichkeiten wie beispielsweise die Anzeige des 16:9-Bildausschnitts vor der Aufnahme gibt es jedoch nur im vorgesehenen Videomodus. Hier kann der Benutzer ISO-Empfindlichkeit (125 – 3200), Blende und Belichtungszeit manuell einstellen. Jedoch nicht einstellbar ist der Pegel der eingebauten Mikrofone und eine externe Tonanschluss-Schnittstelle gibt es leider auch nicht. Belichtung und Fokus werden, wenn man möchte, kontinuierlich nachgeführt – allerdings mit einer kurzen, manchmal nervigen, Verzögerung auch während der Videoaufnahme. Das Zoom ist leise und sanft, was bei Videoaufnahmen sehr wichtig ist, da es langsam arbeitet. Zudem wird für ein verlustfreies digitales zoomen gesorgt, das ohne merkbaren Übergang an den optischen Zoom anschließt. Videos werden maximal in Full-HD-Auflösung mit 1920 x 1080 Pixel aufgenommen, entweder mit 50 Halb- bzw. Vollbildern pro Sekunde (50i / 50p). Das bevorzugte Speicherformat ist hierbei AVCHD. Stellt man jedoch auf’s MP4-Format um, beträgt die maximale Auflösung 1440 x 1080 Pixel, auch eine VGA-Aufnahme ist möglich. 720p-Videos (HD Ready) hingegen kann die RX 100 leider nicht aufnehmen.

Den Blitz hat der Hersteller perfekt ins kleine Gehäuse integriert, denn dieser klappt im Automatik-Modus auf wenn er gebraucht wird und sonst nur, wenn man die Blitzfunktion manuell aktiviert. Dieser bietet die Standardfunktionen Aufhellblitz, Langzeitsynchronisation und Vorblitz, der rote Augen unterdrückt. Aber auch andere Varianten wie zum Beispiel das Blitzen auf den 2. Verschlussvorhang (sprich am ENDE der Belichtung statt am Anfang) sowie eine Blitzbelichtungskorrektur stehen dem Benutzer des Geräts zur Auswahl. Nachteil: Die Ausleuchtung nimmt zum Bildrand hin zwar gleichmäßig, aber dennoch deutlich ab, was dazu führt dass kaum noch ein Licht des Blitzes am Rand zu erkennen ist.
Sonys vielseitige Kompaktkamera nimmt Serienbilder auch im RAW-Format mit 4 Bildern pro Sekunde sehr schnell auf, im JPEG-Modus werden sogar 7 Bilder pro Sekunde erreicht. Was auch von Vorteil ist, dass Sie die geschossenen Fotos im Hintergrund speichert und es ist mit normalen Aufnahmen kaum möglich, das Gerät ins Stocken zu bringen, Voraussetzung ist selbstverständlich eine schnelle microSD-Speicherkarte. Ein nettes Feature nebenbei ist der Fallsensor, der erwähnenswert ist, denn stürzt die Kamera, wird das Carl-Zeiss-Objektiv automatisch eingefahren, was natürlich die Überlebenschance beim Aufschlag enorm erhöht.

 

• Carl Zeiss – das spricht für sich

Der Hersteller setzt – wie bereits erwähnt – auf die hochwertige Carl-Zeiss-Optik. Beim Betrachten dieses Objektivs sticht einem Kenner sofort der Schriftzug “Vario Sonnar T*” ins Auge, denn besonders das “T*” in Rot sorgt nicht nur dafür, dass der Großteil des einstrahlenden Lichts durchs Glas hindurch geht anstatt an der Oberfläche gespiegelt zu werden, sondern auch Reflexionen enorm minimiert. Das Objektiv sowie der Frontlinsen-Durchmesser wirken aufgrund der zierlichen Kamera relativ groß und diese sind auch um einiges dicker als bei vergleichbaren Kameras. Leider aber fehlt ein Bajonett als Sonnenblende. Zum Glück gibt es aber durch den eingebauten Objektiv-Schutzvorhang keinen Deckel, den man verlieren könnte oder händisch abnehmen und aufsetzen müsste.

Um nervige Verwackelungen zu vermeiden, ist ein optischer Bildstabilisator verbaut, der sich für die Verwendung auf einem Stativ abschalten lässt. Neben dem Einzelbild-Autofokus bietet die Kompaktkamera zusätzlich einen permanenten Autofokus, einen Gesichts-Autofokus wie auch eine Motivverfolgung.
Der Autofokus wählt den Fokuspunkt automatisch aus einem von neun Feldern oder du setzt einen Spot-Autofokus ein. In dunklen Umgebungen hilft ein rot-oranges Hilfslicht dem Autofokus beim Finden der Kontraste. Wer allerdings möchte, kann selbstverständlich auch manuell fokussieren. Schon mit der 8.6- oder 17.1-fach vergrößernden Lupe lässt sich Dank des reaktionsschnellen Objektivrings sehr feinfühlig und detailliert fokussieren.


• PREISE:

Ohne ausklappbaren LCD-Bildschirm

und mit ausklappbaren LCD-Bildschirm, Wi-Fi und anderen Extras.


 

• BEWERTUNG:

• Das Firmware-Update auf Version 1.10 gibt es kostenlos für Windows und Mac.
• Datenblatt des Herstellers


 

• Schnappschüsse:

Die Fotos in dieser Galerie sind unbearbeitet mit der höchsten Auflösung von 20.2 Megapixel.
Die Größe der Aufnahmen wurden vom Standardmaß mit 5472 x 3648 Pixel auf 1700 x 1133 Pixel verkleinert, um die Dateigrößen zu minimieren.
Die Aufnahmen wurden zudem als Standardaufnahmen mit der Automatik-Funktion, Panoramafunktion und Makrofunktion der Kamera aufgenommen.

 

 


 

• Testfilm:

Dieser Film wurde in der höchsten Auflösung mit 1920 x 1080 Pixel (Full HD) im Format AVCHD mit einer Bildrate von 50 Einzelbilder pro Sekunde (50 fps) aufgenommen. Gerendert wurde das Video im Format H.264 (Dateiendung .mp4).
Getestet wurden die Aufnahmen bei Tageslicht, Nacht, Makro-Einstellungen, maximalen optischen Zoom (3,6-fach) und Slow Motion (Zeitlupe).

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