Dienstag, 28. Juni 2016 um 7:51 Uhr

Smartwatches: Gadget mit Zukunft oder teure Spielerei?

Bereits vorab wurden Smartwatches als die große Revolution im Wearables-Sektor gepriesen. Doch selbst der Branchenprimus Apple tut sich bislang mit der Apple Watch schwer. Stattdessen zeichnet sich ab, dass Fitnessarmbänder wie Fitbit den Wearables-Markt beherrschen. Handelt es sich bei den Smartwatches wirklich um ein Gadget mit Zukunft oder ist es im Prinzip nur eine teure Spielerei?

 

Selbst Apple scheitert bislang

Mehrere Jahre lang bereitete Apple sorgsam den Start der Apple Watch vor. Der Hype um die Produktneuerung war groß. Immerhin hatte Apple schon einmal mit dem ersten iPhone die Mobilbranche revolutioniert. Wearables galten vielen Branchen-Insidern als einer der großen Zukunftsmärkte der Unterhaltungselektronik. Wenn es dem kalifornischen Unternehmen nicht gelingen würde, wem sollte es dann gelingen, die Smartwatch am Markt durchzusetzen? Immerhin besitzt Apple große Finanzpolster und hat eine immense Marktmacht. Die Apple Watch erschien schließlich am 24. April 2015 auf dem Markt. Sie verfügt über nützliche Sensoren, die sich zur Messung der Herzfrequenz und für den Laufsport eignen. Gleichzeitig erschien mit der Veröffentlichung eine eigene Entwicklungsumgebung namens Watchkit, die Entwicklern das Programmieren von Apps erleichtern sollte. Bei einem Smartphone ist das Handy Zubehör bekanntlich groß. Nicht so bei der Smartwatch. Dieses kann man nicht mit einer schicken Handyhülle verzieren. Wie man es aber von Apple gewohnt ist, wird die Apple Watch in mehreren Farbvarianten angeboten, um dieses vermeintliche Manko auch abzudecken. All diese Punkte konnten die Kunden bislang allerdings nicht überzeugen. Im Vergleich mit anderen Geräten entwickelten sich die Verkaufszahlen nur sehr schwach.

 

 

Konkurrenz kann ebenso wenig überzeugen

Trotz der schwachen Verkaufszahlen hat sich Apple gegenüber seinen Konkurrenten Pebble und Samsung weitestgehend behaupten können. Bei der Pebble handelt es sich um eine Smartwatch, deren Entwicklung durch eine Crowdfunding-Kampagne 2012 eingeleitet wurde. Insgesamt über 10 Millionen Dollar wurden auf Kickstarter eingenommen. 2013 wurden die ersten Uhren verkauft, bis 2014 wurden über eine Million Verkäufe erzielt. Seitdem Apple eine eigene Smartwatch vertreibt, sind die Verkaufszahlen der Pebble jedoch rückläufig. Für sie spricht aber der vergleichsweise günstige Preis, eine große Anzahl an Farbvariationen und eine extrem lange Akkulaufzeit. Ehe man sich für eine der Smartwatches entscheidet, sollte man sich vorab vielleicht einige Tests und Erfahrungsberichte durchlesen. Bei TechnikPirat findet man zum Beispiel nützliche Rezensionen zu zahlreichen Smartwatches. In einem kürzlich erschienenen Test schneidet die Samsung Gear S2 mit einem herausragenden Ergebnis ab. So werden die einfache Bedienung, das ausgeklügelte Design und die guten Bewegungssensoren im Test gelobt. Viele Funktionen teilt die Gear mit dem Samsung Galaxy S7. Wer damit vertraut ist, findet sich auf der Gear also zügig zurecht.

 

 

Warum sich die Smartwatch bislang nicht durchsetzen konnte

Aus einer kürzlich veröffentlichten Studie des amerikanischen Meinungsforschungsinstitutes Juniper Research geht hervor, dass fast ein Drittel aller Befragten angab, dass sie nicht wüssten, wofür sie überhaupt eine Smartwatch benötigten. Das Smartphone revolutionierte gewissermaßen das Handy. Nicht nur wurde die Bedienung erleichtert, sondern auch der Funktionsumfang wurde durch Apps drastisch erhöht. Für viele Konsumenten waren die Anreize bei der Smartwatch bisher allerdings zu gering. Bei vielen Menschen hat schließlich das Smartphone bereits die Handgelenksuhr verdrängt. Dennoch kann man dem Wearables-Markt keine Schwäche attestieren. Alleine im vergangenen Jahr ist der Markt um sagenhafte 67 Prozent gewachsen. Dieser Trend ist aber vor allem den Fitnessarmbändern zu verdanken. Vor allem Marken wie Fitbit und Xiaomi haben sich auf dem heftig umkämpften Markt mittlerweile durchgesetzt. Sie halten Marktanteile zwischen 24 bis 17 Prozent. Apple kommt dagegen lediglich auf 7,5 Prozent und schneidet etwas besser als der Rivale Samsung ab. Während die Smartwatch versucht alle Bereiche abzudecken, konzentrieren sich Wearables wie Fitnessarmbänder oder auch Smartclothes auf einen speziellen Bereich. Noch ist es zu früh, um zu sagen, ob Smartwatches sich nicht doch noch gegen die Wearables-Konkurrenz durchsetzen werden.

 

Fazit

Anders als erwartet haben sich Smartwatches im Markt noch nicht durchsetzen können. Gegenüber Fitnessarmbändern und Smartclothes hinken die Uhren bei den Verkäufen hinterher. Viele Konsumenten konnten die Techgiganten noch nicht davon überzeugen, dass sie eine Smartwatch unbedingt benötigten. Sie haben oftmals ein Smartphone, das im Prinzip ähnliche Funktionen wie eine Smartwatch anbietet. Ebenso kann man die Smartwatch nicht so einfach individualisieren. Eine Handyhülle bei einem Smartphone fügt eine persönliche Note hinzu. Die Auswahl an Accessoires und Handy Zubehör ist entsprechend groß. Abschreiben sollte man die Smartwatch aber noch nicht. Brancheninsider halten es immer noch für möglich, dass sie sich gegenüber den anderen Angeboten durchsetzen wird.

 

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