Sonntag, 24. Januar 2016 um 1:23 Uhr

WordPress: Welche Plugins sind sinnvoll und was sollte ich beachten?

Mittlerweile gibt es hunderte, wenn nicht tausende Blogs, die über die besten und sinnvollsten Plugins für das beliebte Content Management System WordPress schreiben. Dieses hat mittlerweile 60 Prozent Marktanteil im Bereich Open Source, satte 26 Prozent der Websites im Netz laufen bereits über WordPress – und es gibt insgesamt rund 42.500 kostenlose WordPress-Plugins mit rund 1,2 Milliarden Downloads und es werden jeden Tag mehr.

Bei diesem Thema gehen allerdings die Meinungen und Ansichten weit auseinander. So haben wir uns ebenfalls entschlossen, diesen Artikel zu veröffentlichen, mit den eigenen Erfahrungen von unseren Websites, Online-Shops und Blogs, die im Netz kursieren. Hilfreiche Plugins, die die Leistung und Lade-Geschwindigkeit deiner Seite nicht zu sehr beeinträchtigen und vorallem am Wichtigsten: Responsiv sind (sprich: auch in der mobilen Ansicht auf Smartphones und Tablets perfekt dargestellt werden)! Wie du bestimmt weißt, legt der Suchmaschinen-Riese Google sehr großen Wert auf das Responsive Design einer Website. Ist diese für Mobilgeräte nicht optimiert, hat man ganz schlechte Karten bei den Suchergebnissen vorn dabei zu sein – so optimiert sollten selbsterklärend auch die Plugins deiner Seite sein. Mehr Infos zu dem Thema gibt’s auch in unseren Aritkeln “Webseiten ohne Mobil-Optimierung werden bestraft” und “Mobile Funktion deiner Website testen“.

 

Alle Plugins reinstopfen und dann passt das schon. Oder?!

Nein, so sollte es nicht sein. Auch wenn die hier beschriebenen WordPress-Plugins relativ wenig Speicherkapazität deines Servers saugen und somit die Lade-Geschwindigkeit deiner Seite nicht beeinträchtigt wird, sollte man sich unbedingt eines merken: Umso mehr Plugins installiert werden, desto schlechter ist es für die Seite. Kein Besucher mag es, wenn die Seite erstmal 10 Sekunden lädt bis der Seitenaufbau fertiggestellt ist (natürlich auch abhängig von der Internet-Bandbreite). Natürlich ist dies nicht die alleinige Schuld der installierten WP-Plugins, sondern auch eine Sache von CSS-Komprimierung und wie das verwendete Theme letztendlich vom Entwickler zusammengesetzt wurde – aber das ist ein anderes, komplexeres Thema; wir beschäftigen uns jetzt mal mit den hilfreichsten und sinnvollsten Plugins. Klarerweise ist es immer von Vorteil, wenn man Kenntnisse in PHP, CSS, HTML und vorteilsweise auch in JavaScript beim Erstellen einer Website oder eines Blogs mitbringt. Man tut sich nicht nur leichter beim Aufbau und Umschreiben von Seiten, sondern auch beim Erstellen von eigenen Plugins. So ist man nicht immer darauf angewiesen, für jeden Kleinkram der nicht in WordPress vorinstalliert ist, ein Plugin herunterzuladen. Trotzallem bitte nicht zu viel reinstopfen – und dabei will ich dir jetzt helfen.

 

Gleich loslegen oder vorher noch etwas beachten?

Einfach in den angebotenen Plugins stöbern und drauflos installieren nur weil es super Bewertungen und Rezensionen erhalten hat, ist keine gute Idee. Erstens solltest du dir die die Empfehlungen in diesem Artikel ansehen und Zweitens vorher noch einige Dinge beachten.

Beispielsweise die vorinstallierten Plugins wenn man WordPress am Server oder lokal installiert hat. Diese sind Akismet und Hello Dolly, zu finden unter “Plugins” -> “Installierte Plugins” in der linken Sidebar des WordPress-Backends. Akismet vergleicht Kommentare mit dem Webservice um Spam zu erkennen und lässt den aufgefangen Spam im Dashboard unter “Kommentare” nachprüfen. Braucht man aber grundsätzlich nicht, da es meiner Meinung nach viel bessere Plugins zum Schutz vor Spam gibt (siehe weiter unten). Deshalb: entweder deaktivieren und am besten gleich löschen.
Zu Hello Dolly gibt es nicht viel zu schreiben, außer die Plugin-Beschreibung selbst – da steht “Dies ist nicht nur ein Plugin, es symbolisiert in zwei Worten, gesungen von Louis Amstrong, die Hoffnung und den Enthusiasmus einer ganzen Generation: Hello, Dolly. Nach Aktivierung werden im Zufallsprinzip aus dem Liedtext von ‘Hello, Dolly’ Zeilen oben rechts im Administrationsbereich angezeigt.” Braucht man sowas? Nein! Also weg damit.

 

Wie installiere ich am besten ein Plugin?

Dafür gibt es zwei einfache Wege. Der einfachste, den ich immer benutze, ist direkt über das Backend von WordPress. Dazu rufe in der linken Sidebar unter “Plugins” den Befehl “Installieren” auf.
Nun erscheinen aktuelle Empfehlungen und die zuletzt hochgeladenen Plugins von WordPress bzw. den jeweiligen Entwicklern. Rechts oben befindet sich das Suchfeld, in das du die jeweilige Bezeichnung des Plugins eingeben kannst. Gib die Bezeichnung ein (z. B. Antispam Bee) und suche danach. Nun wird das gesuchte Plugin gleich an erster Stelle angezeigt und danach themenverwandte oder ähnliche Plugins. Wichtig auch der Zusatz “Mit deiner WordPress-Version kompatibel“. Ein Klick auf “Installieren” genügt und WordPress integriert das Plugin automatisch in dein System. Du musst es danach nur noch unter “Plugins” -> “Installierte Plugins” aktivieren und schon kann’s los gehen.

Der zweite Weg führt über ein FTP-Programm wie beispielsweise FileZilla. Rufe dein FTP-Verzeichnis auf, in dem WordPress installiert wurde und gehe nach “wp-content” -> “plugins“. Hier werden nun alle installierten Plugins angezeigt. Nachdem du dein gewünschtes von der WordPress.org-Seite oder einer anderen heruntergeladen hast, entpacke das Plugin und lade es in den “plugins“-Ordner deines Server hoch – dies geht bei FileZilla auch mittels Drag & Drop (einfach hineinziehen).
Hinweis: Nach dem Hochladen ist das Plugin zwar integriert, aber noch nicht automatisch aktiviert. Dazu gehe im Backend in der linken Sidebar unter “Plugins” und “Installierte Plugins“. Suche das jeweilige heraus und klicke auf “Aktivieren“.

 

Diese WordPress-Plugins sind wirklich sinnvoll

Diese Liste von WP-Plugins inklusive den Beschreibungen sollen dir dabei helfen, nicht nur Leistung aus deiner Website zu holen, sondern auch hilfreiche Features einbinden, die deiner Seite nicht nur Nutzen sondern auch ein schönes Layout verschaffen.


#1 ANTISPAM BEE:

Stichwort Spam hatten wir gerade. Dazu bietet sich das Plugin Antispam Bee von pluginkollektiv an, das ab WordPress-Version 3.8 kompatibel ist. Nach dem europäischen Privatsphärenschutz filtert das Plugin jegliche anstößige Wörter oder linkverseuchte Kommentare heraus und setzt sie auf die Spam-Liste. Diese kann vom Benutzer jederzeit eingesehen und falls nötig gelöscht werden. Sozusagen ein starker Ersatz für das vorinstallierte Akismet.

 


#2 BJ LAZY LOAD:

Dieses Plugin ist auch immer eines der ersten, das ich installiere. Es hilft dir, Bilder, aufwendige JavaScripts und iFrames zu komprimieren um die Website schneller laden zu können und somit Bandbreite zu sparen. Der Vorteil: Es benötigt keine externen JavaScript-Verzeichnisse. Da BJ Lazy Load auf JavaScript läuft, macht es überhaupt nichts, wenn der Besucher deiner Seite kein Java installiert hat, denn das Plugin erkennt dies und setzt automatisch aus.

 


#3 CONTACT FORM 7:

Viele Website-Betreiber verwenden gerne Kontaktformulare wenn ihre Kunden bzw. Besucher mit dem Webmaster einfach und schnell in Verbindung treten und keine extra E-Mail verfassen wollen. Dafür bietet sich das einfache aber flexible Contact Form 7 an. Man kann mehrere Kontaktformulare erstellen und jedes beliebig editieren. Dazu zählen Namensfeld, Betreffzeile, E-Mail, Häkchenbox, Auswahlbox, Textfeld, Upload-Funktion und vieles mehr. Schreibt der Besucher eine Anfrage über dieses Formular, erhält der Website-Betreiber eine Mail in sein Postfach mit dem ausgefüllten Kontaktformular. Natürlich können auch Pflichtfelder eingestellt werden, damit der Besucher keine notwendigen Felder wie E-Mail-Adresse oder eventuell Telefonnummer für Rückfragen leer lassen kann.
Um auf Nummer Sicher in Sachen Spam zu gehen, kann sogar ein Captcha-Feld hinzugefügt werden. Hierbei handelt es sich um einen Code aus Zahlen und Buchstaben, den der Besucher eingeben muss bevor er die Nachricht senden kann. Dies ist erstens nützlich gegen Spam und zweitens hilfreich gegen Mail-Robots. Dafür wird allerdings das separate Plugin Real Simple CAPTCHA benötigt, das ganz einfach nach dem Aktivieren automatisch in Contact Form 7 integriert wird.

 


#4 GOOGLE AUTHENTICATOR:

Wie du sicherlich schon in unserem Artikel “Deine WordPress-Website sicherer machen” gelesen hast, gibt es verschiedenste Möglichkeiten die WP-Seite per Hand über die functions.php sicherer machen kannst.
Mit dem Google Authenticator Plugin gibt es eine weitere kostenlose und effektive Absicherung. Neben den üblichen Feldern “Benutzername” und “Passwort” beim Login ins Backend wird auch das Feld “Google Authenticator Code” angezeigt. Sobald du dich auf einem anderen Gerät einloggen möchtest, muss ein Code mittels Smartphone-App generiert und ins Feld eingegeben werden. Die Konfiguration wird von Google perfekt erklärt und ist in 5 Minuten erledigt.

 


#5 GOOGLE ANALYTICS:

Google Analytics kennt und integriert mittlerweile so ziemlich jeder Betreiber einer Website. Die Datenverkehrsanalyse zeigt – wie die Bezeichnung schon sagt – alle Daten rund um den Besucherfluss auf deiner Seite. Welche vielen Funktionen der Zusatz bietet, siehst du hier im Überblick. Beachten sollte man aber, wenn man Analytics integriert, dieses im Impressum unter dem Datenschutz als Cookie anzuführen. Tipps dazu und Datenschutz-Muster findet man auf der Website von Rechtsanwalt Schwenke.

 


#6 SIMPLE LIGHTBOX:

Sollte das installierte Theme deiner WordPress-Website die eingebetteten Bilder und Galerien etwas unschön beim Öffnen anzeigen, hilft dir dieses Plugin. Es “überdeckt” und verdunkelt beim Öffnen eines Bildes die aktuelle Website mit schönen Animationen. Dabei wird die Bildbeschreibung angezeigt und auf Wunsch eine Diashow gestartet. Desweiteren kann in den separaten Einstellungen Layout, Anzeige, Schriftart und weiteres nach Belieben geändert werden.

 


#7 LIMIT LOGIN ATTEMPTS:

Nach der Installation dieses Plugins dürfen beim Login ins Backend Benutzername und Passwort maximal 3 Mal falsch eingegeben werden. Danach muss das Backend durch einen Webmaster deiner Seite per E-Mail wieder freigegeben werden. So verhinderst du, dass ein Fremder dein Passwort versucht zu knacken. Die Versuchswiederholungen können nach Wunsch angepasst werden (z. B. erst nach der fünften falschen Eingabe gesperrt).
Hinweis: Leider wurde das Plugin seit mehr als 2 Jahren nicht mehr aktualisiert, funktioniert aber dennoch einwandfrei.

 


#8 SHORTCODES ULTIMATE:

Über 50 verschiedene responsive Shortcodes beinhaltet das Package von Shortcodes Ultimate. Dazu zählen Features wie einfacheres einbetten von YouTube- und Vimeo-Videos, Tabellen, Dropcaps, Kolumnen, Zitate, Spoiler, Slider, Buttons, Audio, Testimonials, Animationen, QR-Codes und vieles mehr. Das Plugin wird automatisch – wie man im folgenden Video erkennt – in die Toolbox von WordPress integriert, sodass während dem Schreiben per Mausklick ein Shortcode schnell und einfach hinzugefügt werden kann.

 

#9 SEO BY YOAST:

Mit WordPress SEO by Yoast wird die Suchmaschinenoptimierung für Google um ein Vielfaches erleichtert, sodass man von der Suchmaschine leichter nach Keywords gefunden wird. Eine tolle Anleitung zu diesem Plugin findest du bei SEO-Trainee.de.
Selbstverständlich ist die Suchmaschinenoptimierung ein weit ausgelegtes Thema, wenn nicht schon eine eigene Wissenschaft. Mit diesem Plugin machst du aber einen ersten wertvollen Schritt.

 


#10 WP POLLS:

Mit WP Polls kannst du ganz einfach Umfragen mit verschiedenen Features und Layouts in deine Website einbauen. Da das Plugin allerdings – wie üblich – in Englisch geschrieben wurde, sind manche Texte wie “Loading” (nach der Stimmenabgabe) noch zu ändern. Diese erfordern allerdings etwas Erfahrung und Wissen in PHP. In der polls-options.php beispielsweise können einige Texte manuell auf Deutsch übersetzt werden. Man muss eben mit ein paar Minuten Arbeit rechnen, um es so hinzubekommen wie man möchte.

 


#11 WP DISCUZ:

Wem das vorgefertigte Layout des Kommentarbereichs in WordPress nicht gefällt, kann sich mit WP Discuz Abhilfe verschaffen. Das Plugin basiert auf AJAX und wird nach der Installation automatisch durch die Standard-Kommentarfunktion ersetzt. Sämtliche Layouts, Texte und Features können in den umfangreichen Einstellungen nach Wunsch geändert werden. Sieht super aus, braucht weniger Platz und bietet mehr Funktionen wie beispielweise das separate Anworten auf einen Kommentar oder eine Benachrichtigung bei einer Antwort und vieles mehr. Zudem bietet WP Discuz integriertes Captcha um lästige Spam-Kommentare zu vermeiden.

 


#12 WP MAINTENANCE MODE:

Wer seine Website gerade überarbeitet oder wartet, kann mittels dem WP Maintenance Mode ganz einfach und schnell einen Wartungsmodus aktivieren. Die eigentliche Seite wird “stillgelegt” und es erscheint beispielsweise ein Text wie “Unsere Seite wird gerade überarbeitet, wir bitten um Geduld“, der beliebig editiert werden kann. Auch Text- und Hintergrundfarben sowie Schriftarten und Bilder können geändert werden. Zudem wurde im Plugin auch eine Countdown-Funktion eingebaut, damit der Besucher weiß, wie lange es noch dauert bis deine Website wieder online ist.

 

Du kennst noch weitere hilfreiche Plugins oder hast eine Frage zu einem Plugin?
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Plugin-Screenshots-Quelle: wordpress.org

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