Samstag, 30. Januar 2016 um 12:28 Uhr

Samsung Gear S2: Die klassisch-moderne Smartwatch

Eleganter oder sportlicher Look – für jeden Geschmack ist was dabei. Auch wenn die Smartwatch Gear S2 von Samsung optisch super auf’s Handgelenk passt, reicht es denn für eine gute Bewertung oder gibt es Mängel? Das und mehr erfährst du in diesem Review, denn wir haben beide Modelle getestet.

 

Die klassische Variante …

Lederarmband, traditionelles Ziffernblatt und geriffelter Ring – so tarnt sich die Samsung Gear S2 Classic als Standard-Armbanduhr, doch hinter der Fassade verbirgt sich eine moderne Smartwatch mit vielen Features. Der Ring ist leider nur mäßig gelungen, da dieser je nach Lichteinfall ein wenig “billig” wirkt – eben wie ein plastisches Imitat einer “echten” Uhr.
Das Lederarmband sieht sehr edel aus und tragt sich auch perfekt. Zudem bietet der Hersteller dem Kunden zwei verschiedene Armband-Größen, sowohl für dickere als auch schmale Handgelenke. Nicht nur für die Classic-Variante der S2 gibt es zwei Größen, sondern auch für die Gear S2.

 

… und die sportliche/moderne Variante

Sportlich oder modern, wie man’s nimmt. Ich nenne sie in diesem Testbericht einfach mal sportlich. Die sportliche Variante also, gibt es in den Farben Anthrazit und Weiß; wobei die anthrazit-farbene Ausführung mit dem Gummi-Armband sehr elegant aussieht. Hält man die Uhr erstmals in der Hand, wirkt sie recht dick und robust. Das täuscht allerdings, denn am Handgelenk sieht die Samsung-Uhr ziemlich schlank aus – wie es sein sollte.

 


» Technisches Datenblatt des Herstellers


 

Die Sache mit dem Ring

Als Ergänzung zur Touchfunktion des 1,2 Zoll S-AMOLED Displays gibt es da noch drei physische Elemente an der Samsung Gear S2. Zum Einen sind es die “Zurück”- bzw. “Home”-Tasten, die an der rechten Seite der Uhr verbaut sind, und zum Anderen der Ring. Die Tasten “Home” und “Zurück” sind relativ schwergängig, aber zum Vorteil des Benutzers. Wer will schon, dass im Alltag die Tasten versehentlich gedrückt werden. Als Alternative zur “Zurück”-Taste kann man auch von oben nach unten am Touchscreen wischen.

Und für was ist der Ring? Wie bereits bei Android-Geräten gibt es auch bei der Samsung-Smartwatch Widgets, die hinzugefügt, entfernt oder neu sortiert werden können. Dreht man den Ring durch einen fühl- und hörbaren Klick nach rechts, kann der Benutzer durch Schnell-Apps scrollen. Dreht man ihn nach links, zeigt die Smartwatch aktuelle Benachrichtigungen an. Als Standardansicht wird der Home-Screen bzw. das Ziffernblatt (abhängig vom Modell) angezeigt.
Ein klarer Vorteil des Rings ist, er stört beim Scrollen und Lesen im Menü oder Nachrichten nicht durch die eigene Hand. Zudem ist die Bedienung sehr einfach und logisch, sodass man bald den Dreh nach kurzer Zeit raus hat.

 


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Starkes Display

Das bereits kurz angesprochene S-AMOLED-Display mit 1,2 Zoll überzeugt durch Schärfe und tollen Kontrast, d.h. auch bei direkter Sonneneinstrahlung ist die Anzeige noch sehr gut ablesbar.
Da gibt es den Always-On-Modus, bei dem die Uhr – wie der Name schon sagt – ständig aktiviert und ablesbar ist. In diesem Modus wird die Display-Helligkeit reduziert, um den Akkuverbrauch zu minimieren. Und selbst da sind alle Anzeigen auch aus steilerem Winkel noch gut zu erkennen.
Der einzige Mangel am Display: Der Abstand zwischen Glas und Display könnte meiner Meinung nach etwas geringer sein.

 

Video “Samsung Gear S2 – Turn the bezel” von Samsung Mobile

 

Android? Nein, Tizen!

Bei der Gear S2 verwendet Samsung das hauseigene Betriebssystem Tizen. Dazu kann man nur sagen: Leider. Denn die App-Auswahl dafür ist ziemlich gering, da es deutlich mehr Android-Wear-Smartwatches als Tizen-Smartwatches gibt. Aus diesem Grund ist man quasi auf den Gear Store angewiesen.

Drei Beispiele um das “Problem” zu verdeutlichen: Bei der ESPN-App muss der Benutzer gleich drei Downloads vornehmen und zudem ein ESPN-Konto anlegen, um die App in vollen Zügen nutzen zu können. Google Maps heißt hier Here Maps, was für die Smartwatch und auch für’s Smartphone heruntergeladen werden muss. Für Sportler fallen Runtastic und Runkeeper aus, stattdessen gibt es Samsung S Health und Nike Running als Download.
Was auch fehlt, ist eine vorinstallierte Notizen-App. Diese muss man sich für 1,50 Euro im Gear Store kaufen, wenn sie jemand benötigt.

Weiters zu finden im Gear Store sind sogenannte Watchfaces. Nichts anderes als Themes oder Designs, wie man es von den Smartphones kennt. Es stehen 17 Watchfaces zur Auswahl bei denen Ziffernblatt, Hintergrundbild, Datum, Schriftart, Akkustand-Anzeige, Schrittzähler und vieles mehr eingestellt und geändert werden können.
Ein erwähnenswertes Detail ist das Chronographen-Watchface: Hier kann der Totalisator angetippt werden, um die Stoppuhr-Funktion zu aktivieren.

 

» FUNKTIONEN:

SMS schreiben und empfangen ist mit der Gear S2 von Samsung ebenso kein Problem. Die Texte können entweder per Touchscreen oder Spracheingabe verfasst werden. Die Spracheingabe ist allerdings etwas lahm. Man benötigt mehrere Sekunden für drei Wörter, da diese sehr langsam erkannt werden. Man ist also mit dem Tippen am Touchscreen schneller.
Für Messenger-Apps, die für die Smartwatch nicht verfügbar sind, gibt es zumindest Beanchrichtigungen mit Text und Bild, die auf der Uhr angezeigt werden.

Die Musiksteuerung funktioniert einwandfrei, mit “Play/Pause” wird der Song wie gehabt gestartet bzw. pausiert und auch das weiterschalten zum nächsten Song klappt tadellos. Etwas ärgerlich allerdings, dass die Suche nach Interpreten oder Alben nicht möglich ist. Man muss also scrollen, scrollen und nochmal scrollen um den gewünschten Track zu finden.

Anrufe können über die Samsung-Smartwatch nicht geführt werden. Diese können zwar über die Uhr angenommen werden, aber telefonieren muss der Benutzer mit dem verbundenen Smartphone. Der Vorteil dabei: Die Uhr verfügt ebenfalls über ein Mikrofon. Und zum Glück nicht über einen Lautsprecher.

 

» AKKU:

Geladen wird der Akku über eine im Lieferumfang enthaltene magnetische Ladestation mit Induktion. Diese wird ganz einfach via Micro-USB-Kabel an der Steckdose oder dem Notebook angeschlossen.
Die Akku-Ausdauer ist natürlich vom Verwendungsgrad abhängig. Lässt man WLAN und den Always-On-Modus dauerhaft aktiviert, den Stromsparmodus ausgeschaltet und die Smartwatch in der Nacht komplett aus, kann man mit etwa zwei Tage Akku rechnen. Stichwort “Nacht”: Da die Uhr keinen Sleep-Tracker hat, ist es von Vorteil, diese über die Nacht einfach komplett auszuschalten. Das Gerät verfügt über eine Weckfunktion, die auch funktioniert wenn das Gerät ausgeschaltet ist – wie auch bei Smartphones bekannt.

 

» AUSSTATTUNG:

Die Samsung Gear S2 ist wasserfest und kann sogar in 1,5 Metern Tiefe etwa 30 Minuten lang verwendet werden. Der interne Speicher umfasst 4 GB, davon sind ungefähr 1,9 GB nutzbar. Sämtliche Daten wie Fotos oder Musik können bequem per App vom Smartphone auf die Smartwatch übertragen werden. So kann der Benutzer beispielsweise beim Laufen seine MP3s via Bluetooth-Kopfhörer anhören, ohne das Handy dabei zu haben.

Die Smartwatch von Samsung hat außerdem NFC für deren Bezahldienst Samsung Pay, der momentan leider nicht in Österreich angeboten wird. Das Gerät verfügt auch über WLAN: Befinden sich Smartphone und Smartwatch in Reichweite des selben Hotspots, aber nicht in Bluetooth-Reichweite, bleiben sie trotzdem miteinander verbunden. Die WLAN-Daten werden zuvor bei einer Bluetooth-Verbindung automatisch vom Smartphone zur Smartwatch übertragen.

 

Pulsmessgerät Gear S2

Wie vorher schon beschrieben, ist Health S von Samsung bereits vorinstalliert. Diese App zählt Schritte und misst die Aktivität des Benutzers in drei Kategorien: “Gesund”, “Leicht” und “Inaktiv”. Der Nutzer kann auch einen Alarm einstellen, mit dem man benachrichtigt wird wenn man zu lange inaktiv ist.
Die Pulsmessung funktioniert tadellos wenn die Uhr perfekt am Handgelenk sitzt. Es sind die Intervall-Stufen “Häufig” und “mäßig” verfügbar. Ein eigener Intervall kann bei der Gear S2 leider nicht festgelegt werden. Unklar ist auch, wann die Smartwatch nun wirklich misst; manchmal innerhalb von zwei Stunden zwei Mal und manchmal innerhalb von vier Stunden nur ein Mal.
Wer seine Uhr grundsätzlich etwas lockerer trägt, sollte die Gear S2 beim Sport fester schnallen, da es sonst Ausreißer bei der Pulsmessung gibt und diese nicht mehr exakt stimmt.
Eine Übersicht über die Trainingseinheit mit Mindest-, Maximal- und Durchschnittspuls kann auf der Smartwatch oder auf dem Smartphone in der S-Health-App detailiert angesehen werden.

Weiters verfügt die Gear S2 über insgesamt sieben Sportmodi: Gehen, Laufen, Radfahren, Wandern, Crosstrainer, Heimtrainer sowie Stepper. Bei den ersten vier Modi wird die zurückgelegte Distanz und das Tempo aufgezeichnet. Die Strecke kann später am Smartphone auf einer Karte nachverfolgt werden. Je nach Sportart können verschiedene Ziele festgelegt werden: Dauer, Distanz bzw. verbrannte Kalorien.
Kleiner Mangel: Es gibt zwar eine Quick-Start-Funktion, um das zuletzt absolvierte Training zu wiederholen, allerdings ist dabei immer das Ziel mit 30 Minuten vorgegeben – auch wenn man zuvor ein “einfaches Workout” gemacht hat (also ohne Eingabe eines Ziels).

 

Zu guter Letzt: Der Always-On-Modus

Den Always-On-Modus habe ich in diesem Testbericht bisher zwei Mal angesprochen. Nun wird er erklärt: Die gute Akku-Leistung der Samsung Gear S2 ist hauptsächlich den tollen Bewegungssenoren zu verdanken. Der Blick des Benutzers auf die Uhr wird ohne schnelle und aufwendige Armbewegung sehr gut erkannt. Sobald der Arm gesenkt wird, erkennen die Sensoren diese Bewegung und aktivieren sofort den gedimmten Always-On-Modus. Es werden auch kleine Bewegungen präzise erkannt: Tippt man auf der Computer-Tastatur und dreht den linken Arm zu sich, ohne ihn vom Tisch zu heben, wird die Bewegung exakt erkannt.

Hat man eine App geöffnet und senkt den Arm, wird ebenfalls der Always-On-Modus aktiviert. Hebt man danach den Arm wieder, gelangt man automatisch zur zuletzt verwendeten App. Praktisch sind diese sensiblen Sensoren vorallem beim Sport, da man hier nicht jedes Mal auf das Display tippen muss um den Puls oder die Distanz einsehen zu können.

 

 

Bild-Quellen: samsung.com

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