Samstag, 7. Februar 2015 um 7:45 Uhr

Cardsharing: Was brauche ich um Sky und andere Pay-TV-Sender übers Internet zu verteilen?

In diesem Beitrag wird erklärt, wie man als Einsteiger Cardsharing betreiben kann.
Beachten Sie bitte dass Cardsharing und die Benutzung von Pay-TV ohne gültiges Abonnement illegal ist! Alle Dateien und Infos dienen nur zur Forschungszwecken.

Einführung
Wenn Sie sich ein Abonnement eines Pay-TV Anbieters zulegen, erhalten Sie von diesem eine Smartcard, mittels derer Sie die abonnierten TV-Programm entschlüsseln und anschauen können. Leider erhalten Sie von Ihrem Pay-TV Anbieter nur die eine Smartcard. Wenn Sie nun aber im Wohnzimmer Spielfilme und im Schlafzimmer z. B. BlueMovie anschauen möchten, müssen Sie die Karte immer in den entsprechenden Receiver einstecken, denn nur mit dieser wird das Programm entschlüsselt. Es ist also nicht möglich gleichzeitig auf mehreren Receivern das erworbene Pay-TV anzuschauen. Ein Ausweg aus diesem Dilemma bietet Ihnen ein Zweitabo, durch das Sie eine weitere Smartcard vom Pay-TV Anbieter erhalten. Nun kann der Sohnemann in seinem Zimmer Fußball und Sie im Schlafzimmer was anderes anschauen; oder umgekehrt. Möchte nun auch noch Ihre Frau im Gästezimmer eine Schnulze sehen, hilft Ihnen Ihr Pay-TV Anbieter gerne mit einem Drittabo weiter.

Worum geht’s beim Cardsharing?
Das Wort sharen stammt aus dem englischen und bedeutet teilen bzw. gemeinsam nutzen. Beim Cardsharing (im folgenden CS genannt) bezieht sich das „gemeinsame Nutzen“ auf die Smartcard, die Sie von Ihrem Pay-TV Anbieter erhalten haben. Alle Benutzer können ein und dieselbe Smartcard gemeinsam benutzen, ohne dass diese in doppelter oder dreifacher Ausführung vorliegt. Der Datenaustausch von und zu den Benutzern erfolgt über eine physikalische Verbindung, die über Kabel, W-LAN, o.ä. realisiert sein kann. Die Gesamtheit aller Komponenten bezeichnet man als CS-Netzwerk. Wie bei einem Computernetzwerk sind auch in einem CS-Netzwerk je nach Anwendung unterschiedliche Konstellationen realisierbar. Wie vielfach irrtümlich vermutet wird, fliesen bei einem CS-Netzwerk keine verschlüsselten Bild oder Tondaten über das Netzwerk, denn diese Datenmengen würden das CS-Netzwerk schnell zum erliegen bringen. Das Gerät, das die Smartcard enthält, entschlüsselt also NICHT die Bild und Tondaten und gibt diese auch NICHT an die einzelnen Endgeräte weiter. Vielmehr werden nur die Daten, die für die Entschlüsselung der Bild und Tondaten benötigt werden, zwischen den Geräten ausgetauscht. Die eigentliche Entschlüsselung der Bild und Tondaten erfolgt innerhalb des Endgerätes, wie z. B. eines Receivers oder einer DVB-Karte in einem PC. Vielfach wird auch angenommen, dass das Gerät, das die Smartcard enthält, einen SAT- oder Kabelanschluss benötigt. Dem ist aber nicht so, denn die einzige Aufgabe dieses Geräts ist es, die für die Entschlüsselung benötigten Daten zur Verfügung zu stellen, und diese Daten werden nicht aus den Videosignalen, sondern ausschließlich aus der Smartcard gewonnen. Somit ist es möglich einen PC mit Kartenleser als zentrale Instanz innerhalb eines CS-Netzwerks einzusetzen, der den Endgeräten mitteilt, wie die Bild- und Tondaten zu entschlüsseln sind. In einem CS-Netzwerk ist die Anzahl der vorhandenen Smartcards nicht auf eine bestimmte Anzahl begrenzt. Es durchaus möglich, und auch üblich, mehrere Smartcards eines oder mehreren Pay-TV Anbietern mit unterschiedlichen Abonnementpaketen einzusetzen. So können in einem CS-Netzwerk beispielsweise gleichzeitig eine Sky Deutschland-Karte mit Freigeschaltetem Bundesliga Abonnement, eine Sky Deutschland Karte mit einem Film Abonnement und eine Kabel Deutschland Abo-Karte eingesetzt werden. Ein CS-Netzwerk unterliegt keinen regionalen Beschränkungen, da die physikalische Verbindung durchaus auch über das Internet erfolgen kann. Der Datenaustausch eines CS-Netzwerkes über eine Internetverbindung wird als Internetsharing bezeichnet. Erfolgt der Datenaustausch direkt per Kabelverbindung oder im lokalen Computer Netzwerk wird dies als Homesharing bezeichnet.

Die CS-Netzwerke
Die Komplexität eines CS-Netzwerks reicht von einer einfachen Direktverbindung zweier Geräte bis zu einem CS-Netzwerk mit mehreren 1000 Benutzern, die übers Internet miteinander verbunden sind. Wie in einem Computernetzwerk gibt’s es auch in einem CS Netzwerk so genannte Clients und Server. Als Client wird ein Endgerät bezeichnet das letztendlich die Bild und Tondaten entschlüsselt und auf dem entsprechenden Medium ausgibt. Endgeräte sind in der Regel Receiver oder PCs mit DVB-Karte. Als (Card)Server in einem CSNetzwerk wird das Gerät bezeichnet, das ein oder mehrere Smartcards beinhaltet auf die die einzelnen Clients zugreifen können. Innerhalb eines CS-Netzwerks kann ein Cardserver gleichzeitig auch Client sein, nämlich dann wenn dieser gleichzeitig ein Endgerät ist. Reine Cardserver sind üblicherweise Computer mit Kartenlesegerät die über einen Router an das LAN oder Internet angebunden sind und keinen SAT oder Kabelanschluss besitzen.

Direktverbindung zweier Geräte mittels Kabel.
In dieser Kategorie werden zwei Endgeräte die gleichzeitig Client und Cardserver sein können, mittels Nullmodem oder Ethernet kabel direkt miteinander verbunden. Die maximale Anzahl der Endgeräte ist in dieser Konstellation auf zwei begrenzt. Beide Endgeräte können jeweils eine oder mehrere Smartcards enthalten. Diese Konstellation fällt unter die Bezeichnung Homesharing.

Verbindung von zwei oder mehreren Geräten über das Internet
Zwingende Voraussetzung ist ein Router, an dem alle Geräte angeschlossen sein müssen. Mit dieser Konstellation fällt somit die räumliche Begrenzung eines CS-Netzwerks. Man spricht hier von Internetsharing.
Ein Problem beim Internetsharing besteht darin, dass die IP-Adresse des Cardservers wechseln kann. So erhält man in der Regel von seinem DSL-Anbieter bei jeder Einwahl neue IP-Adresse zugeteilt. Diese ist den Clients natürlich nicht bekannt und somit kann auch keine Verbindung zum Cardserver hergestellt werden. Ein Ausweg aus diesem Dilemma bieten. Dienste wie dyndns.com oder no-ip.com, die Anfragen an eine IP-Adresse an eine dynamische IP-Adresse weiterleiten. Mittels Internetsharing ist es nun möglich ein großes CS-Netzwerk mit vielen Cardservern und Clients aufzubauen, und wie Sie sicher schon vermuten, gibt es diese CS-Netzwerke bereits. Vom Prinzip her greifen Ihre Clients nach wie vor auf einen Cardserver zu, der die gültigen Smartcards Ihres gewünschten Pay-TV Anbieters enthält. Dabei ist es nicht relevant, ob sich der Cardserver bei Ihrem Nachbar oder in Russland befindet.

Die CS-Hardware
Voraussetzung für den Aufbau eines CS-Netzwerks sind natürlich CS taugliche Geräte. Clientseitig wird dies in der Regel ein SAT oder Kabelreceiver mit Ethernet oder RS232-Schnittstelle sein, der mittels Software CS tauglich gemacht werden kann. Ebenfalls kann jeder handelsübliche PC als Client dienen, sofern dieser mit den entsprechenden Komponenten ausgestattet ist (DVB-Karte, Schnittstellen, CS-Software). Serverseitig können wiederum Receiver und PCs eingesetzt werden, die beide aber zusätzlich noch mit einem Cardreader ausgestattet sein müssen. Ein nicht zu verachtender Aspekt sind die Energiekosten eines CS-Servers. Soll dieser noch 24h Online sein, können die Stromkosten um ein vielfaches höher ausfallen, als die Kosten für das Abonnement. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn ein relativ aktueller PC die Rolle des CS-Servers übernehmen soll. Mittlerweile gibt es aber auch Geräte die man auf den ersten Blick überhaupt nicht mit CS in Verbindung bringen würde. Prominente Vertreter sind z.B. das „Network Storage Link NSLU2“ oder die „Fritz box 7170“. Diese in sich abgeschlossenen Systeme können derart manipuliert werden, so dass es möglich ist ein alternatives, meist auf Linux aufbauendes Betriebssystem aufzuspielen. Dadurch ist es möglich beliebige Anwendungen –mitunter auch CS-Software- auf das Gerät zu übertragen und auszuführen. Abschließend könnte man also sagen, dass sich im Prinzip jedes Gerät das einen Computer beinhaltet, mittels geeigneter Software als CS-Server missbrauchen lässt. Am beliebtesten sind momentan Dbox2 und Dreambox u.a. als Server und Clientboxen , es geht auch mit Kathrein,Smart,Opiticum und einigen anderen , ist allerdings mit letztern Recievern etwas umständlicher zu Handhaben.

Die CS-Software
Ein wichtiger, wenn nicht gar der wichtigste Punkt ist die CS-Software, denn nur durch diese kann ein Receiver CS tauglich gemacht werden, sofern nötigen Schnittstellen vorhanden sind. Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Receiver typen. Dies sind einmal Receiver mit fest installierter Firmware und zum anderen Receiver deren Firmware auf dem Betriebssystem Linux basiert. Um erstgenannte CS tauglich zu machen, wird die original Firmware durch eine alternative Firmware, die u.a. auch CS unterstützt ausgetauscht. Leider ist dies jedoch nicht bei allen Receiver typen möglich, weshalb diese dann nur als „normaler“ Receiver benutzt werden können. Bei den auf Linux basierenden Receivern wird der originale Linux Betriebssystem durch ein alternatives Linux Betriebssystem ersetzt. Diese Receiverart hat den Vorteil, dass man beliebige Programme und CS-Protokolle (dazu gleich mehr) verwenden kann, während man bei den Receivern mit fest installierter Firmware auf die unterstützten Protokolle der Firmware angewiesen ist. Die CS-Software besteht intern im Wesentlichen aus zwei Programmmodule; einmal das Cardserver (CS) Modul (nicht zu verwechseln mit Cardsharing), das für das lesen der Karte und für die Entschlüsselung zuständig ist, und aus dem Softcam Modul, auch Emulator (Emu) genannt, das ein Hardware CAM auf Softwarebasis nachbildet. Das Cardserver Modul läuft auf dem Cardserver und das Softcam Modul auf dem Client. Manche CS-Software besteht nur aus einem einzigen Programmmodul, das auf dem Server sowie Client installiert wird. Bei diesen Programmen kann man die Betriebsart per Software konfigurieren (Clientmodus, Servermodus oder beides gleichzeitig).

Zusammenfassung
Damit Sie die Funktionsweise des Cardsharings verstehen, sollten Sie wissen wie der DVBDatenstrom, der bei Ihnen ankommt verschlüsselt ist: Der MPEG-Datenstrom, der die Video- und Audiodaten enthält, wird vor dem Senden anhand des CSA-Algorithmus vom Pay-TV Anbieter verschlüsselt. Zur Verschlüsselung wird eine 8 Byte lange Zeichenkette verwendet, dem sogenannten Control Word (CW). Dieses Control Word wird anschließend in das ECM-Paket eingetragen. Das ECM-Paket sowie das EMM-Paket, das keine für die Ver- bzw. Entschlüsselung benötigten Daten enthält, wird nun mit dem anbieterspezifischen Verschlüsselungsverfahren (Nagra, CONAX, Cryptoworks, usw.) verschlüsselt und zusammen mit dem CSA verschlüsseltem MPEG-Datenstrom als DVB-Datenstrom über den Satellit oder Kabel gesendet. Beim Empfang extrahiert der Receiver den DVB-Datenstrom wieder in die einzelnen Bestandteile (MPEG-Datenstrom, ECM-Paket und EMM-Paket). Das ECM- und EMM-Paket werden an das CA-Modul weitergeleitet, das diese Pakete wiederum an die anbieterspezifische Smartcard weitergibt. Die Smartcard entschlüsselt jetzt diese beiden Pakete, und gibt das entschlüsselte ECM-Paket wieder an das CA-Modul zurück. Das CA-Modul kann nun anhand das Control Words, das ja nun im Klartext im entschlüsselten ECM-Paket steht, den CSA verschlüsselten MPEG-Datenstrom entschlüsselt und an den Receiver weitergeben. Bezogen auf das CS läuft dieser Vorgang nun folgendermaßen ab: Der Client (Receiver) empfängt den DVB-Datenstrom und extrahiert diesen in die einzelnen Bestandteile. Das Softcam des Clients sendet nun das verschlüsselte ECM und EMM-Paket an den Cardserver, der diese Pakete anhand der Smartcard entschlüsseln kann, indem er die entschlüsselnde Pakete an der Stelle abgreift, an der diese von der original Smartcard an das CA-Modul zurückgegeben werden. Aus dem entschlüsseltem ECM-Paket kann der Cardserver nun das Control Word im Klartext entnehmen. Das entschlüsselte Control Word wird anschließend wieder vom Cardserver an das Softcam des Clients zurückgegeben, das jetzt den CSA verschlüsselten MPEG-Datenstrom anhand des Control Words entschlüsseln kann. Zum Abschluss noch ein paar Worte zum EMM-Paket. Das EMM-Paket enthält Abo spezifische Daten die zur Smartcard weitergeleitet werden und von dieser verarbeitet werden. Dies kann z. B. die Freischaltung der Smartcard sein, Freischaltungen von weiteren Abonnementpaketen oder auch Softwareupdates. Innerhalb der CS-Software kann serverseitig eingestellt werden, ob die EMM-Pakete verarbeitet, d.h. zur Smartcard weitergereicht werden sollen oder ob sie ignoriert werden sollen. Bei einem kleinen CS-Netzwerk mit einem reinen CS-Server ist die Weiterleitung zur Smartcard äußerst sinnvoll, da der Cardserver ja mangels SAT oder Kabelanschluss keine EMM Pakete empfängt. In einem größeren CS-Netzwerk kann dieses EMM-Paket aber äußerst hinderlich sein, denn wenn viele EMM-Pakete verarbeitet werden sollen, wird sich dies äußerst negativ auf die Performance auswirken.

folgende Kombinationen funktionieren:
• SAT SAT
• SAT Private Kabelanbieter mit Sateinspeisung
• Kabel Deutschland Kabel Deutschland
• Unitymedia Unitymedia
• KabelBW KabelBW

Quelle: Gizehs Cardsharing Manual.pdf

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